11. Juli 2013

So wertest du in wenigen Schritten deine Urlaubsfotos in Photoshop auf

Bildbearbeitung auf den Punkt gebracht

Coole Tipps & Tricks für den Einsteiger

Frisch aus dem Urlaub, entspannt und voller Tatendrang, geht es nach dem Selektieren der schönsten Aufnahmen in Adobe Photoshop weiter. In der Erinnerung aber waren die Farben viel prächtiger, die Schatten nicht so dominant und der unschöne Sonnenbrand beim Fotografieren gar nicht aufgefallen. Doch das sind keine Probleme, denn für jeden Makel gibt es eine unkomplizierte Lösung für die Software Adobe Photoshop, auch bekannt als Platzhirsch unter den Bildbearbeitern.

So werten Sie in wenigen Schritten Ihre Urlaubsfotos in Photoshop auf

Schwierigkeitsgrad: 2 von 6
Bildmaterial: Eigenes
Werkzeuge im Einsatz: Farbton/Sättigung, Dynamik, Einstellungsebenen, Tonwertkorrektur, Photomerge, Tiefen/Lichter, Unscharf maskieren

Photoshop-Trick #1: Flaue Farben auffrischen

01 Ebene kopieren

Das Motiv ist perfekt, doch zu wenig Licht oder eine falsche Umsetzung der internen Kameraeinstellungen haben dafür gesorgt, dass die Farben viel zu schwach und einfach nur flau sind. Schnell kannst du diesen Makel beheben. Damit du den Unterschied gut verfolgen kannst, gehst du im Hauptmenü der Software auf den Eintrag Ebene > Neu > Ebene durch Kopieren. Du kannst dazu auch das Tastenkürzel Strg+J einsetzen.


Ebene kopieren

Ausgangsfoto


02 Ebenennamen ändern

Im Ebenenbedienfeld auf der rechten Seite siehst du, dass eine „Ebene 1“ erzeugt wurde. Das ist die Kopie der „Hintergrundebene“. Klicke bitte den aktuellen Ebenennamen „Ebene 1“ doppelt an. Der Text wird blau hinterlegt und lässt sich nun verändern. Schreibe etwa „Farben optimiert“ in das Feld und bestätige über die Eingabetaste.


Ebenennamen ändern

03 Auto-Korrekturen

Empfehlenswert für den Einsteiger sind die automatischen Bildverbesserungsoptionen von Photoshop. Gehe dazu im Hauptmenü auf Bild > Auto-Farbton, dann auf Bild > Auto-Kontrast. Auch Bild > Auto-Farbe könnte helfen, sorgt allerdings auch gerne Mal für ein schlechteres Ergebnis, wenn Photoshop das Foto falsch analysiert. Dann gehe einfach auf Bearbeiten > Rückgängig: Auto-Farbe.


Auto-Korrekturen von Photoshop anwenden

04 Dynamik erhöhen

Weitaus leistungsstärker ist die folgende Methode, um allzu flache Farben zu verstärken. Gehe im Hauptmenü auf Bild > Korrekturen > Dynamik. Erhöhe die Sättigung, um alle Farben gleichmäßig zu verstärken. Erhöhe die Dynamik, um gezielter nur die Farben zur verstärken, die jetzt noch zu schwach sind. In Kombination erhälst du schon ein weitaus schöneres Ergebnis.


Dynamik erhöhen

Farben optimiert


05 Farbton gezielt verstärken

Es gibt noch eine weitere Korrektur, die dir helfen kann: Bild > Korrekturen > Farbton/Sättigung. Hier hast du die Option, weitaus gezielter Farben zu verstärken. Möchtest du etwa das Grün des Rasens hervorheben, so wähle statt Standard im Auswahlmenü die Grüntöne an. Verstärke dafür die Sättigung. Über das kleine Häkchen bei Vorschau kannst du durch das Entfernen und wieder Anschalten gut ablesen, ob die Änderung das Bild auch wirklich optimiert hat.


Farbton und Sättigung im Einsatz

06 Feinheiten

Wechsel von Grüntöne zu Blautöne, um gezielt die Farbe des Himmels zu verstärken. Du hast auch noch weitere Farbbereiche zur Verfügung, wie etwa Rot, Gelb, Cyan und Magenta, um diese unkompliziert zu bearbeiten. Ich habe das Foto dann noch etwas abgedunkelt. Klicke dazu auf Bild > Korrekturen > Helligkeit/Kontrast und reduziere etwas die Helligkeit. Unser Ziel wurde erreicht: das Foto zeigt nun kräftige, beeindruckende Farben.


Flache Farben sind jetzt schön strahlend

Photoshop-Trick #2: Sonnenbrand behandeln

01 Einstellungsebene

Statt eine Korrektur, wie etwa Dynamik oder Farbton/Sättigung, direkt auf eine Ebene anzuwenden, kannst du diese Funktionen auch als eine Ebene im Ebenenbedienfeld ablegen. Diese speziellen Ebenen nennen sich Einstellungsebenen, da diese Ebenen für bestimmte Korrekturen jederzeit Optionen zum Einstellen anbieten und eben als Ebene vorliegen. Wir wollen einen Sonnenbrand bekämpfen und haben schon gelernt, dass mit der Korrektur > Farbton/Sättigung ganz gezielte Farbveränderungen möglich sind.


Mädchen mit Sonnenbrand

Klicke also auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung. Bestätige das Dialog-Fenster mit OK. Im Ebenenbedienfeld wurde die Einstellungsebene abgelegt und das Eigenschaftenbedienfeld zeigt dazu die gewohnten Regler an (zumeist auf der rechten Seite am Rand angeordnet). Statt das sich also eine Dialogfenster zum Einstellen öffnet, werden die Regler unter Eigenschaften präsentiert. Siehst du dieses Fenster nicht, so gehe auf Fenster > Eigenschaften.

Einstellungsebene aktivieren

02 Sonnenbrand entfernen

Um nun den Sonnenbrand abzuschwächen, wechsel von Standard zu Rottöne. Reduziere die Sättigung, bis das Rot des Sonnenbrandes abgeschwächt wurde.


Farbton Rottöne einstellen

Profi-Tipp: Da sich im Moment die Einstellungsebene Farbton/Sättigung auf das komplette Bild auswirkt kann es vorkommen, dass erwünschte Farbflächen mit Rotanteil nun zu flau wirken. Gehe deshalb im Hauptmenü auf Bild > Korrekturen > Umkehren oder drücke Strg+I auf der Tastatur. Die Maske der Einstellungsebene wurde invertiert, also umgekehrt. Du siehst die Maske als schwarzes Kästchen im Ebenenbedienfeld zugeordnet.

Eine Maske in Photoshop anlegen

Aktiviere das Werkzeug Pinsel und drücke den Buchstaben D auf der Tastatur, für die Standardfarben Schwarz und Weiß. Weiß sollte jetzt als Vordergrundfarbe in der Werkzeugleiste zu sehen sein. Male über die Stellen der Haut, die einen Sonnenbrand zeigen. So arbeitest du gezielt in bestimmten Bildbereichen.

Übrigens: Du hast mit dem Pinsel innerhalb der Maske gearbeitet. Weiß bedeutet da Sichtbarkeit, Schwarz unsichtbar. Dieser fast schon magische Bereich einer Maske ist etwas schwieriger zu verstehen. Dabei musst du nur wissen, dass weiße Farbe eine Sichtbarkeit von 100% bedeutet, schwarze Farbe eine Sichtbarkeit von 0%. Alle Graustufen dazwischen sind auch Abstufungen der Sichtbarkeit. Statt also die Ebenendeckkraft für eine komplette Ebene zu regeln, kannst du hier die Deckkraft punktgenau bestimmen.


Vorher und Nachher

Photoshop-Trick #3: Schatten aufhellen

01 Ebene kopieren

Da die Funktion Tiefen/Lichter, die ich dir vorstellen möchte um Schatten aufzuhellen, leider nicht als Einstellungsebene vorliegt, kopiere die Hintergrundebene über das Hauptmenü und den Eintrag Ebene > Neu > Ebene durch Kopieren oder dem Tastenkürzel Strg+J. Nenne diese Ebene „Schatten aufgehellt“.


Ebene kopiert

02 Einfacher Modus

Gehe im Menü auf Bild > Korrekturen > Tiefen/Lichter. Wurde „Weitere Optionen einblenden“ noch nicht aktiviert, so siehst du die einfache Ansicht dieser Funktion. Du kannst nun die Regler für die Tiefen, also für die dunkelsten Bereiche oder die Schatten im Bild, sowie für die Lichter, also für die hellsten Bereiche im Bild, verschieben, jeweils von 0% bis 100%. So steuerst du die generelle Stärke der Umsetzung, wobei der Tiefen-Regler Schatten aufhellt und der Lichter-Regler Überstrahlungen abschwächt.


Tiefen und Lichter einstellen

03 Erweiterter Modus

Aktiviere unten, links „Weitere Optionen einblenden“. Das Dialog-Fenster wird recht groß, wobei wir uns weiter auf die Bereiche Tiefen und Lichter konzentrieren. Da sind nur jeweils die beiden Regler Tonbreite und Radius dazu gekommen. Die Tonbreite bestimmt, in welchem Bereich sich die Stärke der Funktion auswirkt. Bei kleineren Werten wirkt sich etwa die Korrektur auf die Tiefen (dunkleren Bereiche) und die Lichter (helleren Bereiche) aus. Je größer der Wert nun wird, umso mehr wirkt sich die Umsetzung auf das komplette Foto aus.


Erweiterter Modus

Du kannst also bestimmen, wie groß die Schattenbereiche oder die Highlights im Bild sind bzw. bis wohin du die Grenze verschieben möchtest, zu der Photoshop die Korrektur ausführen soll. Zu hohe Werte solltest du vermeiden, da es dann zu Kränzen um dunkle oder helle Kanten kommen kann.

Der Radius legt fest, ab wann ein Pixel in den Tiefen oder in den Lichtern liegt. Wenn du den Regler nach rechts verschiebst, wird pro Pixel ein immer größerer Bereich beschrieben, der von Photoshop analysiert wird. Stelle dir diesen Regler einfach als eine Art Feintuning vor und spiele mit unterschiedlichen Einstellungen, um einen optimalen Ausgleich zwischen dem Kontrast und der Aufhellung oder Abdunkelung des Motivs im Vergleich zum Hintergrund zu erreichen.


Schatten aufgehellt

Photoshop-Trick #4: Panorama erzeugen

01 Aufnahmen erstellen

Vermutlich wirst du noch nicht das passende Bildmaterial zur Hand haben, um eine Panoramaaufnahme zu erzeugen. Denke einfach im nächsten Urlaub daran, am Strand oder in den Bergen das Panorama mit zahlreichen Aufnahmen einzufangen, die sich jeweils leicht überschneiden sollten. So kann Photoshop später aus den Einzelaufnahmen ein großes Panorama erzeugen.


Ausgangsbilder Panorama

02 Fotos laden

Gehe im Hauptmenü auf Datei > Automatisieren > Photomerge. Lasse Auto aktiviert und klicke auf der rechten Seite den Button Durchsuchen an. Klicke die Bilder für das Panorama mit gedrückter Strg-Taste an und bestätige über OK. Aktiviere unten „Bilder zusammen überblenden“ und „Korrektur der geometrischen Verzerrung“. Bestätige auch das über OK.


Photomerge im Einsatz

03 Panorama optimieren

Gehe im Hauptmenü auf Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden. Lasse Panorama aktiv und bestätige über OK. Wähle das Freistellungswerkzeug aus der Werkzeugleiste an und stelle das Bild frei. Klicke dazu einfach in einer Ecke in das Bild, halte die Maustaste gedrückt und ziehe das Kästchen in der passenden Größe auf.


Grundlage eines Panoramas

Ein Doppelklick in die Mitte des Dokumentes mit der Maus schließt den Vorgang ab. Jetzt kannst du ganz allgemeine Bildoptimierungen vornehmen, wie etwa eine Auffrischung der Farben, eine Aufhellung der Schatten oder eine Schärfung des Ergebnisses.

Freistellen des Panoramas

Optimiertes Panorama

Photoshop-Trick #5: Unschärfen ausgleichen

01 Normale Unschärfe

Kopiere die Hintergrundebene über das Hauptmenü und den Eintrag Ebene > Neu > Ebene durch Kopieren oder dem Tastenkürzel Strg+J. Nenne diese Ebene „Geschärft“. Gehe im Menü auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren. Hier einige Erfahrungswerte, die empfehlenswert sind: Ist das Foto kleiner als 2500 Pixel (egal, ob in der Höhe oder der Breite), so stelle den Schwellenwert auf 3 Stufen und den Radius auf 0,2 Pixel ein. Bei größeren Fotos änderst du den Radius auf 0,3 Pixel ab. Steuer über den Regler Stärke die Umsetzung des Filters.


Unscharf maskieren

02 Bewegungsunschärfe ausgleichen

Bei einer leichten Bewegungsunschärfe, die etwa durch eine Bewegung der Kamera oder des Motivs entstehen kann, rufe den Scharfzeichnungsfilter > Selektiver Scharfzeichner auf. Stelle die Stärke und den Radius wie oben beschrieben ein und passe den Eintrag bei Verringern von Gaußscher Weichzeichner auf Bewegungsunschärfe ab. Jetzt kannst du bei Winkel per Hand oder Eingabe die Ausrichtung der Bewegung grob angeben.


Bild geschärft


Weiterführende Links

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Ein Kommentar zu

  1. Patrik

    Ich danke für dein Super Artikel. Bin in immobilienfotografie tätig und durch dein Tutorial konnte ich meine Bilder auffrischen und verbessern in hoechster Qualität.

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